Die Antwort auf diese Frage will kritisch überlegt sein. Viele Hunde und Katzen haben Verdauungsstörungen, teilweise sogar recht ausgeprägte Beschwerden. Auffällig häufiges Grasfressen, Aufstoßen, Schmatzen, übler Maulgeruch, Völlegefühl, Blähungen und auch Änderungen im Fressverhalten gehören zu den Symptomen, die vielen Tierbesitzern auffallen. Schnell wird vermutet, dass der Vierbeiner unter zu viel Magensäure leidet.

Tierärzte verordnen in solchen Fällen oftmals bereitwillig Magensäurehemmer oder sogar Magensäureblocker, die sogenannten Antazida und Protonenpumpenhemmer, beide nicht sehr zuträglich für langfristige Gesundheit. In vielen Fällen lassen die Symptome durch die Medikamente zwar zunächst nach, doch nach Absetzen kommt es meistens zu „Rückfällen“ oder es entstehen neue Probleme. Warum ist das so?

Was wenig bekannt ist: viele Vierbeiner leiden nicht unter zu viel, sondern unter zu wenig Magensäure und ungenügenden Verdauungssäften. Auch das führt nämlich zu Symptomen wie man sie der überhöhten Magensäure zuschreibt.

Bei Magensäuremangel findet eine langsamere Verdauung statt. Das äußert sich gern durch vermehrte Unruhe und Bauchschmerzen der Vierbeiner nach dem Fressen. Aufstoßen, Schmatzen und häufiges Belecken der Pfoten, aber auch das Abschlecken von irgendwelchen Gegenständen sind typische Anzeichen.

Magensäuremangel führt auch zu einer langsameren Zersetzung und Aufschlüsselung des Futters im Magen. Die Verdauung von Eiweißen wird dadurch in weiter hinten liegende Darmabschnitte verschoben. Da dies von der Natur so nicht vorgesehen ist, entstehen schnell Fäulnis- und Gärungsprozesse, die zu den bekannten Blähungen führen.

Vor diesem Hintergrund können einige der Beschwerden auch Folge eines Refluxes sein, bei dem Magensaft aufsteigt und die Schleimhäute der Speiseröhre verletzt.

Magensäurehemmer, die die ohnehin geringere Magensäure noch weiter reduzieren, sind bei dieser Problematik logischerweise also wenig zielführend. Viel besser ist es, die Verdauungssäfte durch Bitterstoffe anzuregen, um damit die Verdauung besser zu regulieren. Nahrungsergänzungen wie Löwenzahnsaft oder Tausendgüldenkraut können in solchen Fällen helfen. Der Löwenzahnsaft beispielsweise hat eine recht sanfte Wirkung auf den Verdauungstrakt. Er zeichnet sich aus zur Anregung von Leber und Galle, Milz, Pankreas sowie der Nieren, und seine Bitterstoffe fördern die Produktion von Magen- und Darmsäften. Obendrein kann er noch zur Stärkung der Darmflora beitragen.

Zum Schutz der Magenschleimhäute kann man auf natürliche Produkte wie Ulmenrinde (SEB) oder Leinsamenschleim zurückgreifen. Gekochter Ulmenrindensirup oder Leinsamenschleim legen sich wie ein Film auf die Magenschleimhäute und schützen sie vor weiterer Reizung. Auch Naturmoor mit entzündungshemmend wirkenden Huminsäuren unterstützt bei der Ausleitung von Giftstoffen und kann helfen einen Schutzfilm auf den Schleimhäuten zu bilden.

Aber auch die Ernährung bedarf in vielen Fällen einer Überprüfung. Die Ursache der oben genannten Symptome kann nämlich auch in einer Verschiebung des pH-Wertes im Verdauungstrakt liegen, die durch Fehlbesiedelung der Darmflora und/oder Fütterungsfehler hervorgerufen wurde.

Zu wenig Magensäure bzw. ein nicht ausreichend saurer Magensaft ist allerdings oft bei Vierbeinern zu finden, die mit ungeeigneter industrieller Fertignahrung gefüttert werden. Insbesondere trifft dies zu auf besonders stärkehaltige Futterkomponenten. Gerade in Fertigfutter sind diese oftmals in großen Mengen enthalten, weil sie als „Abfälle“ aus der Lebensmittelindustrie eine billige Zutat darstellen.

Der gesunde Hund benötigt eine artgerechte Ernährung aus Fleisch, Innereien und fleischigen Knochen, aber auch Gemüse und Obst (etwa im Verhältnis 70/30). Die Katze dagegen ist ein reiner Fleischfresser und benötigt nur ganz geringe pflanzliche Anteile in ihrem Futter. Logisch, dass zum Beispiel Trockenfutter mit hohen Getreideanteilen eine echte Belastung für das Verdauungssystem darstellt.