Mengenelemente und Spurenelemente

Die Spurenelemente werden allein deshalb von den Mineralstoffen, den sogenannten Mengenelementen unterschieden, weil ihre Konzentration im Organismus im Vergleich so gering ist (unter 50 mg pro kg Körpergewicht). Trotz dieser geringen Konzentration sind aber auch die Spurenelemente elementar wichtig für den Körper und seine Gesundheit, - ebenso wichtig wie die Mengenelemente und die Vitamine. Ohne sie könnten viele Stoffwechselvorgänge gar nicht stattfinden.

Zu den Spurenelementen gehören zum Beispiel Eisen, Zink, Kupfer, Kobalt, Jod, Mangan und Selen.

Sowohl Mineralstoffe als auch Spurenelemente können beide nicht vom Körper selbst hergestellt werden. Aufgrund der ständigen natürlichen Ausscheidungen müssen Verluste wieder ersetzt werden, indem die entsprechenden Stoffe mit der Nahrung zugeführt werden. Das ist heutzutage zunehmend schwieriger, weil wir es vielfach mit ausgelaugten Böden und Überdüngung zu tun haben und Schlachttiere nicht mehr artgerecht ernährt werden.

Hinzu kommt die industrielle Verarbeitung des Tierfutters. Somit ist der optimale natürliche Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen in vielen industriellen Futtermitteln nicht mehr gegeben. Das ist durchaus bedenklich, weil eine Unterversorgung mit Mineralstoffen und/oder Spurenelementen für schwerwiegende Erkrankungen verantwortlich sein kann.

Übrigens entsteht eine Unterversorgung mit Mineralstoffen nicht nur, wenn die Nahrung zu wenig von diesen Stoffen enthält, sondern auch durch viele Mineralstoffräuber, die dem Körper wichtige Stoffe entziehen. Gar nicht so bekannt ist diese Tatsache bezüglich chemischer Medikamente, aber auch synthetische Zusatzstoffe und Umweltgifte sind Mineralstoffräuber.

Chemische Medikamente rauben dem Körper nicht nur Mineralstoffe und Spurenelemente, sondern auch Vitamine. Das bedeutet, dass tierische Patienten, die dauerhaft chemische Medikamente einnehmen, einen wesentlich höheren Bedarf bezüglich der Zuführung all dieser Nährstoffe haben.

Eine Unterversorgung mit Mineralstoffen oder Spurenelementen kann aber noch viele weitere Gründe haben. Einige Beispiele:

  • Für die Aufnahme von ausreichend Kalzium wird auch Vitamin D benötigt. Ist der Vitamin D-Spiegel zu niedrig, beeinträchtigt das die Kalziumaufnahme.
  • Ein hoher Anteil an Getreide im Futter kann im Darm die Aufnahme von Kalzium, Magnesium, Zink und Eisen beeinträchtigen. Das liegt an dem Phosphorgehalt (in Form von Phytinsäure) im Getreide.
  • Für Eisen gilt, dass Hunde und Katzen dieses aus Pflanzen nur unzureichend verwerten können.
  • Chronisches Erbrechen kann den Bedarf an Kalium und Chlorid ansteigen lassen, da Magensaft viel Kalium und Magensäure Chlorid enthält. Auch Durchfall führt zu erhöhtem Kaliumverbrauch.
  • In Verbindung mit einer Bauspeicheldrüsenunterfunktion kann es durchaus zu einem Zinkmangel kommen.
  • Genetisch bedingter Zinkmangel kann bei einigen Hunderassen wie Bullterrier und Sibirian Huskies auftreten. Das zeigt sich in Haut- und Fellveränderungen.

Mineralstoffe haben ansonsten auch einen wichtigen Einfluss auf den Säure- und Basenhaushalt des Körpers. Es gibt sowohl basenbildende als auch säurebildende Mineralstoffe. Wichtig ist ein aufgewogenes Verhältnis, was normalerweise am besten durch eine artgerechte Ernährung sichergestellt werden kann.

Das Zusammenspiel aller Nährstoffe im Körper ist sehr komplex, deshalb sollte man sich immer wieder klar machen, dass die Einnahme von isolierten Vitalstoffpräparaten, deren Inhaltsstoffe nicht mehr in der natürlichen, organisch gebunden Form vorliegen, möglicherweise weniger effektiv oder sogar kontraproduktiv sein kann.

Fortsetzung folgt in Teil 4 …