Vitamine

Als Dritte im Bunde der sogenannten Mikronährstoffe haben auch die Vitamine eine sehr große Bedeutung für die Gesundheit. Jedes Vitamin erfüllt bestimmte Aufgaben. Ohne eine ausreichende Vitaminversorgung kann es zu gravierenden Mangelerscheinungen kommen. Deshalb müssen auch dem tierischen Organismus die erforderlichen Vitamine, die für den Stoffwechsel essentiell sind, mit der Nahrung zugeführt werden.

Vitamine sind organische Verbindungen, die nicht als Energieträger dienen, sondern vom Körper für wichtige lebensnotwenige Funktionen benötigt werden. Sie spielen unter anderem eine wichtige Rolle

  • als Verstärker bei Enzymreaktionen
  • bei der Freisetzung von Energie aus Nährstoffen (insbesondere B-Vitamine)
  • bei der DNA-Synthese
  • bei der Knochenentwicklung (Vitamin K2)
  • bei der Blutgerinnung (Vitamin K1)
  • beim Abfangen freier Radikaler (Vitamin E)

Jeden Tag laufen im Organismus Millionen biochemischer Reaktionen ab. Vitamine unterstützen dabei, sie sind erforderlich für Wachstum, Energiegewinnung, Gefühle und Sinneswahrnehmungen, aber auch für Verdauung, Entgiftung, Ausscheidung, für die Abwehr von Krankheiten und zur Stärkung des Immunsystems. Unverzichtbar sind sie beim Aufbau von Zellen, Blutkörperchen, Knochen und Zähnen.

Die meisten Vitamine müssen dem Organismus mit der Nahrung zugeführt werden. Es gibt allerdings Besonderheiten:

Vitamin C kann von Hund und Katze in der Leber aus Glukose selbst hergestellt werden.

Provitamine müssen erst aktiviert werden, damit sie biologisch aktiv werden. So entsteht Vitamin A, indem Beta-Karotin durch Enzyme gespalten wird. Das funktioniert allerdings nicht bei der Katze, der das Enzym Desoxygenase fehlt und die somit kein Vitamin A aus Beta-Karotin herstellen kann. Karotten zu füttern bringt für die Katze also nichts, denn sie benötigt Vitamin A in der Nahrung.

Bei den Vitaminen werden fettlösliche (Vitamine E, D, K, A) und wasserlösliche (B-Vitamine, Vitamin C) unterschieden. Fettlösliche Vitamine kann der Organismus im Gewebe speichern, nicht benötigte wasserlösliche Vitamine werden hingegen ausgeschwemmt.

Bei einer ausgewogenen und artgerechten Ernährung mit qualitativ hochwertigen Futtermitteln ist davon auszugehen, dass der Organismus optimal mit allen benötigen Vitaminen versorgt wird. Das gilt zumindest für das gesunde Tier mit einer intakten Darmflora. Allerdings kann der Vitaminbedarf, wie auch der Bedarf an Mineralstoffen und Spurenelementen in bestimmten Lebensphasen (Wachstum, Trächtigkeit) höher sein, was in der Regel dann aber auch durch eine erhöhte Futtermenge abgedeckt wird.

Natürliche Vitamine, die in naturbelassenen Futtermitteln enthalten sind, können kaum überdosiert werden. Anders ist das bei synthetischen Vitaminen, die den Futtermitteln in der Industrie künstlich zugesetzt werden, wobei theoretisch ermittelte Bedarfstabellen zugrunde gelegt werden. Durch die Fütterung verschiedener industrieller Produkte und Leckerchen, die allesamt synthetische Zusatzstoffe beinhalten, können logischerweise sehr schnell Überversorgungen entstehen. Dabei sollte man auch bedenken, dass manche Vitamine sich in ihrer Wirkung gegenseitig behindern oder verstärken können.

Übrigens ist die Bioverfügbarkeit synthetischer Vitamine wesentlich geringer als die der natürlichen Vitamine. Mit Bioverfügbarkeit ist gemeint, wie gut ein bestimmter Stoff im Organismus resorbiert und verwertet werden kann. Geringere Bioverfügbarkeit ist aber nicht der einzige Nachteil bei der Fütterung mit industriellen Fertigfuttermitteln. Synthetische Vitamine sind auch deshalb problematisch, weil sie sehr häufig Unverträglichkeiten bei den Tieren hervorrufen. Dies gilt im Besonderen für die synthetischen Vitamine C und E, die in der Industrie gern als Antioxydantien für die Verlängerung der Haltbarkeit verwendet werden.

Bei der Auswahl von Fertigfuttermitteln ist es wichtig immer einen Blick auf die Futtermitteldeklaration zu werfen. Eine lange Liste von synthetischen Vitaminen und anderen Zusatzstoffen ist niemals ein Merkmal für besondere Qualität, sondern lässt eher den Rückschluss zu, dass minderwertige Zutaten und/oder der besonders intensive industrielle Verarbeitungsprozess die Zugabe dieser Stoffe erfordert haben. Von ausgewogener natürlicher Nahrung kann dann nicht mehr die Rede sein.

Weitere Informationen in der "Fertgfutterfibel"