Zunächst einmal ist es aber wichtig, die Futtermitteletiketten richtig zu lesen und zu verstehen, denn hier wird von zahlreichen Futtermittelherstellern gern getrickst und verschleiert.

Die Zutatenliste

  • Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Reihenfolge der auf der Packung angegebenen Inhaltsstoffe mit deren Anteil im Futter gleichzusetzen ist. Die Zutat, die an erster Stelle steht, muss folglich den Hauptbestandteil des Futters darstellen!
  • Grundsätzlich sind die Inhalte in abnehmender Reihenfolge nach Menge geordnet. Es steht immer die Zutat an erster Stelle, deren Anteil am höchsten ist. Steht z. B. Getreide an erster Stelle, ist Getreide der Anteil am Futter, der am höchsten ist.
  • Zutaten, deren Anteil unter 4% liegt, müssen laut Gesetzgeber gar nicht angegeben werden.
  • Zugesetztes Wasser darf bei Tiernahrung nicht als Einzelfuttermittel bei der Zusammensetzung angegeben werden, denn Wasser ist keine Einzelzutat nach Lebensmittelrecht, sondern wird als Hilfsstoff eingesetzt.

Des weiteren muss zwischen einer offenen und einer geschlossenen Deklaration unterschieden werden.

Offene Deklaration

Die einzelnen Futterkomponenten werden in der Reihenfolge angegeben, wie sie mengenmäßig im Futter enthalten sind. Dies ist eine sehr ehrliche Deklaration.

Geschlossene Deklaration

Hier werden Futtermittelgruppen angegeben, d. h. hinter dem Begriff „Getreide“ können sich Hafer, Weizen, Gerste, Mais und vieles mehr verbergen. Sind zusätzlich noch Nachmehle oder Kleber enthalten, steht dort „Getreide und pflanzliche Nebenerzeugnisse“. Genauso ist es beim Fleisch.

Um bei dieser Art der Deklaration genau zu wissen, was man füttert, müsste man den Hersteller fragen.

Futtermittelanalytik

Die Aufstellungen in der Futtermittelbeschreibung über analytische Bestandteile (Inhaltsstoffe) enthalten Informationen über Trockenmasse, Rohasche, Rohfett, Rohprotein, Rohfaser und Feuchte. Diese Analyse sagt aber noch nichts über die Qualität der Inhaltsstoffe aus, d. h. es könnte sich bei der Aufstellung der Bestandteile theoretisch um was auch immer handeln.

Trockenmasse

Zunächst wird ein Teil einer Probe des Futtermittels erwärmt und das enthaltene Rohwasser entzogen (aber auch flüchtige organische Verbindungen: Ammoniak, Alkohole, Essigsäuren).

Die Dauer und die Temperatur (~103–105°C) sind dabei abhängig vom Futtermittel. Übrig bleibt die sogenannte Trockenmasse, in der sich die essentiell verwertbaren Nahrungsbestandteile wie Eiweiße, Fette etc. befinden.

Rohasche

Die Rohasche wird durch Ausglühen in einem Muffeloffen ermittelt. Dabei wird eine Futterprobe über längere Zeit bei ca. 550 Grad hoch erhitzt, so dass alle organischen Bestandteile verbrannt werden und nur die Rohasche übrig bleibt. Abhängig von der jeweiligen Probe sind dies verschiedene Mineralstoffe und Spurenelemente.

Es besteht die allgemein verbreitete Meinung, dass ein hoher Rohaschewert für eine starke Nierenbelastung spricht. Die trifft aber nur bei minderwertigen Rohstoffen sowie künstlichen Vitaminen und Mineralstoffen zu. Nach Verwendung hochwertiger Rohstoffe kann man den Rohaschegehalt eher als positves Kriterium betrachten, denn er steht in diesem Fall für eine gute Mineralstoff- und Spurenelementversorgung durch das Futter.