Zu einer gesunden Ernährung unserer Haustiere gehören die Hauptbestandteile Kohlenhydrate, Fette und Proteine. Zusätzlich müssen aber auch bestimmte Bestandteile dem Körper in winzigen Mengen zugeführt werden – die Mineralstoffe.

Mineralien werden nach ihren Aufgaben und dem mengenmäßigen Anteil im Körper unterteilt. Nach Aufgaben unterscheidet man zwischen Bau- und Reglerstoffen.

Zu den Baustoffen gehören Calcium, Phosphor und Magnesium. Zu den Reglerstoffen zählen Jod, Natrium, Kalium, Eisen und Chlor.

Einige Elemente besitzen sowohl Bau- als auch Regeleigenschaften, wie z. B. Phosphor, das sowohl am Aufbau von Zähnen und Knochen beteiligt ist, aber gleichzeitig auch regulierend auf den Säuren-Basen-Haushalt wirkt.

Eine weitere Aufteilung der Mineralien ergibt sich in der Konzentration. So werden sie in Mengen- und Spurenelemente unterteilt.

Zu den Mengenelementen zählen Calcium, Chlor, Kalium, Magnesium, Natrium und Phosphor, zu den Spurenelementen gehören Kobalt, Eisen, Fluor, Jod, Kupfer, Mangan, Molybdän, Nickel, Selen, Vanadium, Zink und weitere.

In der Natur gibt es über 90 Grundstoffe, von denen in Säugetieren ca. 50 nachgewiesen werden konnten. Für ungefähr 20 Mineralstoffe ist die Wirkung bekannt.

Durch viele wissenschaftliche Untersuchungen weiß man inzwischen, was ein Organismus an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen benötigt. Diese wichtigen Stoffe sind in ausreichenden Mengen in unseren natürlichen Nahrungsmitteln vorhanden und ergänzen sich optimal.

Natürliche Vitamine und Mineralstoffe werden vom Körper genau in der Menge aufgenommen, wie er sie gerade braucht. Im Gegen­satz zu künstlichen Mineralstoffen und synthetischen Vitaminen werden die natürlichen nicht im Körper zwischengelagert und be­lasten dementsprechend den Organismus nicht!

Bei einer ausgewogenen und gesunden Ernährung benötigen unsere Tiere keine künstlichen Zusatzstoffe und synthetischen Ergänzungen.

Nachstehend folgt ein kleiner Überblick über die wichtigsten Mineralstoffe.

Calcium

Calcium ist in engem Zusammenhang mit Phosphor zu betrachten. Bei beiden ist der größte Anteil in den Knochen und Zähnen zu finden. Beim Kalzium zum Beispiel sind es sogar 90 Prozent. Die restlichen 10 Prozent verteilen sich auf u. a. auf die Organe, während nur ein sehr kleiner Teil freies ionisiertes Kalzium im Blut enthalten ist. Dieser Blutkalziumwert wird vom Organismus immer konstant gehalten und sinkt erst dann ab, wenn bereits massive Störungen vorliegen. Insofern muss man die Aussagekraft der üblichen Blutuntersuchungen zur Bestimmung des Kalziumspiegels (z. B. Barfprofile) in Frage stellen.

Der Kalziumspiegel wird im Blut hormonell durch Parathormon und Calcitonin geregelt. Was passiert bei einem Kalziummangel im Blut?

Aus der Nebenschilddrüse wird bei sinkendem Blutkalziumspiegel Parathormon ausgeschüttet. Dadurch wird eine Kalziumfreisetzung aus dem Skelett und über die Aktivierung von Vitamin D eine Kalziumabsorption aus dem Darm gefördert. Gleichzeitig wird die Abgabe von Kalzium über die Niere gestoppt.

Was passiert bei einem Kalziumüberschuss im Blut?

In diesem Fall wird das Calcitonin der Schilddrüse aktiviert, um die oben beschriebenen Vorgänge wieder rückgängig zu machen.

Der Calciumbedarf wird über eine ausgewogene Ernährung, die auch Knochenanteile beinhaltet, normalerweise gedeckt. Wenn nicht, können Calciumquellen wie Eierschalenpulver, Calciumcarbonat/Calciumcitrat, Algenkalk und Knochenmehl für Hund und Katze zugefüttert werden.

Phosphor

Die Regulation des Phosphorhaushaltes wird über Niere und Darm gesteuert. Eine zu geringe Aufnahme an Phosphor über die Nahrung ist eher selten. In diesem Fall wird Phosphor in der Niere zurückgehalten und im Darm vermehrt resorbiert. Bei erhöhter Phosphorzufuhr muss die Ausscheidung über die Nieren erhöht werden, um das überflüssige Phosphor wieder loszuwerden.

Fleisch enthält Phosphor in organischer Form. Phosphor kann aus tierischer Quelle viel besser verwertet werden als aus pflanzlicher. Pflanzen (Getreide) enthalten Phosphor als Phytat, das von Hunden und Katzen nur zu einem Drittel genutzt werden kann.

Zu viel Phosphor in der Nahrung, insbesondere als Phytate (z. B. in Fertigfutter mit Getreide), behindert im Übrigen die Aufnahme von Calcium, Magnesium, Zink und Eisen.

Neben der Unterstützung des Knochen- und Zahnaufbaus, der Muskel- und Gehirntätigkeit ist Phosphor für den gesamten Stoffwechsel sowie Säure-Basen-Haushalt mitverantwortlich. Phosphor ist lebenswichtig für Zellwachstum, Zelldifferenzierung, Zellenergie, Fettsäuretransport und für die Bildung von Proteinen und Aminosäuren.


Für eine gute Calcium/Phosphor-Versorgung im Körper ist es wichtig, dass sich ein ausgewogenes Calcium/Phosphor-Verhältnis in der Nahrungsaufnahme widerspiegelt, denn Mineralstoffe (wie auch Spurenelemente) können sich in ihrer Wirkung wechselseitig verstärken oder auch blockieren. Für Calcium gilt, dass ein Phosphorüberschuss die Aufnahme hemmt.

Magnesium

Vorkommen: Hauptsächlich in grünem Blattgemüse, Milchprodukten und Fleisch, ungeschältem Reis und Hafer. Es steuert Muskel- und Nervenfunktionen, ist wichtig für Knochen- und Zahnaufbau sowie für die Enzymaktivierung (es ist an der Wirkung von rund 300 Enzymen beteiligt).

Kupfer

Vorkommen: In Schalentieren und Kakao.

Es steuert die Keratinisierung von Haar und Wolle, ist wichtig für Nervensystem sowie Fettstoffwechsel und besitzt eine wichtige Funktion in der Blut- und Pigmentbildung. Ohne Kupfer können Eisenstoffwechsel und Zellatmung nicht reibungslos funktionieren.

Mangelerscheinungen: Geringe Eisenresorption, Leberschäden, Skelett- und Gefäßschäden (X- und O-Beinstellung), Ataxie und Anämie. Veränderungen an Haut und Haaren sowie Grauwerden von dunkel pigmentiertem Haar.

Kalium

Vorkommen: In Kartoffeln, Gemüse, Obst und Getreideprodukten, vor allem in Bananen.

Es ist wichtig für Muskel- und Nervenerregung, Verdauung und Säure-Basen-Haushalt. Zusammen mit Natrium, Calcium und Chlor wirkt es auf die Herzmuskeltätigkeit.

Natrium

Vorkommen: In Salz, Milchprodukten, Milch und Fleisch.

Funktionell ist es für Muskel- und Nervenerregung, Wasserhaushalt, Säuren-Basen-Haushalt und zur Regulierung des osmotischen Drucks notwendig.

Eisen

Vorkommen: In Kaviar, Fleisch, Bohnen und Erbsen. Eisen ist wichtig für den Sauerstoff- und Elektronentransport sowie notwendig bei der Energieumsetzung. Für die Bildung von roten Blutkörperchen ist es unentbehrlich.

Mangelerscheinungen: Anämie (Blutarmut), vor allem bei der Laktation, erhöhte Infektionsanfälligkeit und geringe Gewichtszunahme.

Mangan

Vorkommen: In Haferflocken und grünem Blattgemüse. Mangan hat seine Bedeutung fürs Knochenwachstum und wirkt unterstützend beim Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel. Außerdem ist es wichtig für Zellfunktion/-struktur und Immunfunktion.

Mangelerscheinungen: Verminderung der Konzentration, nervöse Störungen, gestörter Skelettaufbau, verdickte Gelenke und Bewegungsunlust sowie eine gestörte Fruchtbarkeit und Aborte.

Schwefel

Vorkommen: In Eiern, Milch, Fleisch und einigen Pflanzen wie Knoblauch und Bärlauch.

Schwefel ist für die Aminosäuren Cystein, Cystin und Methionin ein wichtiger Baustoff. Er wird vor allem beim Wachstum und beim Umbau von Gewebe benötigt.

Selen

Vorkommen: In Fisch und Fleisch.

Selen ist wichtig für den Schutz der Zellen vor oxidativer Zerstörung. Es hilft beim Fettsäurestoffwechsel und hat eine wichtige Immunfunktion.

Zink

Vorkommen: In Eiern und Haferflocken.

Zink ist ein lebensnotwendiges Element, das in über 200 Enzymen vorhanden ist. Es ist unverzichtbar für die Umsetzung von Vitamin A und der mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Außerdem hat es eine große Bedeutung für Haut, Nägel, Schleimhaut, Bauchspeicheldrüse und viele andere Organe. Zink ist auch Bestandteil des Insulins.

Mangelerscheinungen: Fell- und Haarschäden, Skelettschädigungen, geringe Hodenentwicklung, Schwächung des Immunsystems sowie krankhafte Hautverdickungen und Haarausfall, verzögerte Wundheilung und allgemeine Mattigkeit.